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(9) One Weekend bei Werder and back
von Sebastian
Ein Antwortversuch auf den Artikel "City-Report Bremen: One Weekend bei Werder" erschienen auf Banq.de
Die Achse Bremen-Dresden (oder auch Dresden-Bremen) ergibt sich auf den ersten Blick nicht wirklich. Trotzdem gibt es sie. Eine Verbindung, mehrere Verbindungen. Einwohnerzahl, Kunsthochschule, ein Fluss der die Stadt teilt, elektronische Subkultur. Auch gibt es in Dresden ein ähnliches Portal wie We.Like.Beats, nur eben größer und in Relation relevanter und fortgeschrittener, als das Unsere. Namentlich: Banq.de
So passiert es dann auch, dass sich Aktivisten dieser Plattform nach Bremen verirren und natürlich das Geschehen hier aus Ihrer Sicht betrachten. Das finden wir natürlich höchst amüsant und bereichernd zumal es auch ein kleines Lob für unsere Arbeit gibt.
Wir möchten und können nicht auf alles Bezug nehmen was in diesen Artikeln steht, aber einige Antwortversuche können wir uns dann doch nicht verkneifen. Die vollständigen Artikel gibt es hier:
http://www.banq.de/rueckblicke.php?id=17874
http://www.banq.de/rueckblicke.php?id=17875
Der Antwortversuch oder auch: Weiterführende Worte:
"Die Event-Auswahl des Freitagabends war für eine Stadt, die gar ein ganzes Bundesland darstellt, eher bescheiden. Neben den üblichen Studenten-, Stino- und Suffie-Angeboten zwischen Schlachte und Bremer Disco-Meile fanden sich nicht mal eine Hand voll musikalisch wertvolle Tanzveranstaltungen." (banq.de)
Dem können wir leider nichts hinzufügen, außer der Tatsache, dass sich sehr viele Menschen in Bremen zurzeit stark engagieren, dass diese Misere zumindest teilweise verbessert wird. Wie auch im Artikel von banq.de beschrieben und ebenfalls von uns schon einmal veröffentlicht, beschränkt sich die elektronische Subkultur weitestgehend auf wenige feste Locations sowie umgebende Spots in die sich mit eben jenen verbinden.
"Aber schon ein Blick in den Terminkalender und ein Vergleich mit Dresden offenbart den gravierenden Mangel an Veranstaltungsvielfalt. Obwohl sich in den letzten Wochen auch viele Highlight von Patrice Scott aus Detroit bis Kez Ym aus Tokyo finden, die ebenfalls die sächsische Landeshauptstadt bereisten, ist die Anzahl an relevanten Events doch bedeutend geringer. Geschuldet ist dies nach Angaben verschiedener Bremer Veranstalter nicht nur der geringen Anzahl an geeigneten Locations, sondern vor allem auch an einer fehlenden Publikums-Basis. Für die Bremer Jugend ist ihren Aussagen zufolge alles elektronisch Klingende „Electro“ und man macht sich kaum noch die Mühe zwischen Genres zu differenzieren. Dies schlägt sich auch in unkalkulierbaren und meist eher dürftigen Besucherzahlen nieder." (banq.de)
Dazu verweisen wir gern noch einmal auf unseren Artikel: "Eine kleine Geschichte über Electro und das Leben" vom 21.07.2009
"Die Strukturen der 90er Jahre mit Event-Serien im Ex-Freudenhaus von The Hustler oder der Inferno-Reihe im Bremer Metro sind längst vergessen und versandet. Das Ting! mit dem legendären Rolltreppen-Zugang hat kürzlich neben anderen Clubs geschlossen und große Namen wie Stephan Bodzin kümmern sich nun verständlicherweise mehr um ihre Studio-Arbeit und weltweiten Gigs als um die Bremer Szene. Unsere Dresdner Urgesteine von Tiny über Benet bis Francis sind uns da wesenlich treuer und verzichten großzügig auf eine internationale Karriere. Und auch Locations haben in Dresden genauso viele wieder eröffnet wie diesen Sommer geschlossen wurden." (banq.de)
Ein sehr interessanter und durchaus relevanter Punkt. Zum einen zeigt dieser Vergleich das Ungleichgewicht zwischen Subkultur und Mainstream in Bremen, wobei wir nicht relevante Neueröffnungen ebenso wie Banq außer Acht lassen (Moments, Illuminée oder La Viva). Zum anderen erzählt der Vergleich viel über die verschiedenen Strukturen der beiden Städte. In der einen gelingt es, relevante Acts und Urgesteine in der Stadt zu halten und auch für die "netten" Parties zu gewinnen, in der anderen eben nicht, oder nicht so, das sich darum eine gefestigte wenn auch neue Kultur entwickeln könnte. Erklärungsversuche gibt es viele. Angefangen vom Publikum über die Art der Locations bis hin zur Peripherie. Wie bereits in anderen Artikeln erwähnt, ist diese Tatsache mehr einem Komplex verschuldet als einer einzelnen Öffnung oder Schließung. Auf der anderen Seite, und das fehlt wiederum Dresden größtenteils, bietet Bremen auch überregionale Möglichkeiten ala Bodzin an. Ob dies nun ein Vor- oder Nachteil ist sei dahingestellt. Sicherlich ist die Szene in Dresden auch nicht vollends in sich geschlossen, muss aber im Gegensatz zu Bremen nicht jeden Tag damit rechnen das plötzlich von heut auf morgen alles zusammenfällt, da sich die Last auf weitaus mehr Schultern verteilt als in der Hansestadt.
"Eine Kultur von illegalen Partys geschweige denn eine Freetek-Szene wie bei uns ist im Prinzip nicht existent. Es gibt zwar linkes-autonome Projekte und auch Einzelveranstaltungen wie den Tunneltanz in einer Fußgängerunterführung, die mehr oder weniger auch von polizeilicher Seite toleriert werden, aber das sind nur Ausnahmen, die die Regel bestätigen." (banq.de)
Ein Punkt, den ich nicht so unterschreiben möchte. Natürlich ist die Szene kleiner, deshalb aber nicht minder aktiv. Von der Art und Anzahl der "festen" Locations kann Dresden Bremen in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen. Was die Auseinandersetzung damit betrifft schon. Bremer Freiluftveranstaltungen wurden immer mehr zum Happening-Event während in Dresden gezielt immer wieder neue Locations erschlossen werden, oder auch nicht. Das hängt meiner Meinung nach aber stark von der Entwicklung der beiden Städte ab (bis weit über die Wiedervereinigung hinausgehend). Die Einstellung und Mentalität solche Parties zu organisieren und dann auch durchzuziehen ist daher eine gänzlich andere. Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen quasi.
Der zweite Teil des Banq Rückblickes verrät darüber hinaus für Bremer nichts Neues. Deshalb möchten wir diesen auch einfach mal so stehen lassen wie er ist, denn er entspricht weitestgehend unserer Meinung, und diese ständig zu wiederholen bringt nun auch keine Punkte.
Wir finden es schön, dass auch Außenstehende sich mit der Bremer-Subkultur beschäftigen und diese versuchen zu analysieren und zu reflektieren. Wenn dies dann auch noch so gut gelingt wie in den beiden Artikeln von Banq.de, dann kann man daraus, auch bei aller Kritik, nur Positives ziehen.
Der Blick über den Tellerrand ist eben doch nicht so verkehrt und das verbindet beide Städte wieder. Im positiven wie im negativen.
(c) We.Like.Beats
27.11.2009
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